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Wir sind Hallen-Stadtmeister 2018

Kaum ertönte der Schlusspfiff, da sprangen die Spieler des VfL Theesen auch schon über die Bande und umringten Florian Ernst. Der erste Dank galt dem VfL-Keeper, der erheblichen Anteil am Sieg bei den von der Neuen Westfälischen und der Sparkasse Bielefeld präsentierten Stadtmeisterschaften hatte. „Wir werden heute auf jeden Fall noch richtig feiern und das eine oder andere Getränk zu uns nehmen“, meinte Ernst, der auch schon im Halbfinale beim Sieg über den VfB Fichte eine klasse Leistung gezeigt hatte.

 

Mit dem VfL Theesen hat die ranghöchste Amateurmannschaft Bielefelds vor rund 3.000 Zuschauern in der Seidensticker Halle verdient den Titel geholt, doch die Endrunde und speziell das Finale stellten durchaus eine Herausforderung für die Mannschaft von Andreas Brandwein dar. „Es war total spannend, auch der SCB hätte gewinnen können. Am Ende sind wir glücklich, insgesamt haben wir es aber auch verdient, wir haben sämtliche unserer zwölf Spiele bei diesen Meisterschaften gewonnen“, sagte der VfL-Trainer. Nur eines weniger, nämlich das Endspiel, vermochte der SCB nicht für sich zu verbuchen. „Diese Niederlage ist ärgerlich, aber wir haben im Finale auch einige Chancen liegengelassen. Mit dem nötigen Quäntchen Glück holen wir ein Unentschieden im Endspiel“, meinte Michael Wöhrmann.

 

Der Co-Trainer ist nach Absprache mit Chefcoach Jan Barkowski, der wie er selbst sagt „nur beratend tätig ist“, verantwortlich für Pokalspiele und die Stadtmeisterschaft. „Für mich ist das dann ein Projekt“, meinte Wöhrmann, der vor allem den Teamgeist lobte. „Alle waren hochmotiviert und haben an einem Strang gezogen. Wir sind von Spiel zu Spiel immer besser geworden“, sagte Wöhrmann, nachdem der erste Ärger über die knappe Finalniederlage verflogen war.

 

Der SCB, der schon viel Lob für seine Vor- und Zwischenrundenauftritte eingeheimst hatte, war im Endspiel gegen Theesen durch seinen Torwart Maik Grywatz in Führung gegangen. Kai-Niklas Janz (2) und Marvin Höner drehten dann die Partie, ehe Marcel Zaremba vor der Pause auf 2:3 verkürzte. „Die Theesener haben schon eine richtig gute Hallenmannschaft und ihr Keeper Florian Ernst hat super gehalten“, meinte Michael Wöhrmann.

Im zweiten Durchgang verzweifelten die SCBer beinahe am Theesener Schlussmann, der im Halbfinale gegen den VfB Fichte „warmgeschossen“ worden war, wie er selbst sagte. Dennis Meier machte erst zwei Minuten vor Schluss der Partie für den VfL alles klar.

 

„Im ersten Moment tut es weh“, meinte Jan Barkowski. Doch bei näherer Betrachtung konnte der SCB-Chef-Coach gar nicht anders, als eine positive Bilanz der Turniertage zu ziehen. „Unser Ziel war die Endrunde. Dass wir jetzt zum ersten Mal ins Endspiel eingezogen sind, ist schon sensationell.“ Für Andreas Brandwein ist das Finale einer Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft schon nichts Besonderes mehr, trotzdem fieberte auch er dem Abpfiff entgegen. Zum sechsten Mal holte er als Trainer den Titel. Fünf Mal mit dem VfL Theesen, ein Mal mit dem TuS Dornberg. Im Halbfinale musste Brandwein kurz durchatmen. Memos Sözer, später zum besten Spieler des Turniers gewählt, humpelte nach einem Zweikampf vom Parkett. „Es ist wahrscheinlich ein Bänderriss“, meinte Brandwein. „Da waren wir kurz beeindruckt, aber die Mannschaft hat es dann wieder gut hingekriegt“, lobte Brandwein sein Team.

 

Auch Theesens sportlicher Leiter Heinz-Werner Stork war’s zufrieden. „Alles in allem war das sehr souverän. Immer, wenn wir in Bedrängnis waren, konnten wir einen Gang hochschalten.“ Am Rande des Turniers vermeldeten die Theesener einen illustren Neuzugang: Ryosuke Muranaka, 23 Jahre alt, Mittelfeldspieler, ein Japaner der zuletzt in Neuseeland in der ersten Liga spielte, hat beim VfL Theesen angefragt, mittrainiert, und Coach Brandwein hat ihn für tauglich gehalten. „Die Spielberechtigung ist beantragt, dauert aber etwas länger, weil es ein Nicht-EU-Spieler ist“, sagte Stork.

 

„Wer im Finale steht, hat es auch verdient“, meinte abschließend Markus Baumann. der Vorsitzende des Fußballkreises zeigte sich im Großen und Ganzen zufrieden mit den vier Hallenfußballtagen: „Es war eine runde und gelungene Veranstaltung.“

 

Artikel: FuPa

Foto: Thomas F. Starke